Schweizer Regierung

Seit 1998 erhalten Eisenmangelfrauen in der Schweiz Eiseninfusionen. Es handelt sich um eine wirksame und notwendige Therapie, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Seit 2015 hinterfragt nun aber die Schweizer Regierung die Wirksamkeit und Notwendigkeit von Eiseninfusionen, weshalb sie eine diesbezügliche Überprüfung angekündigt hat. Wir direkt betroffenen Frauen befürchten, dass wir diese Behandlung künftig selbst bezahlen müssen. Deshalb schliessen wir uns in der Eisenliga zusammen und wollen unsere Stimme erheben.

Die 2007 gegründete Swiss Iron Health Organisation SIHO setzt sich für den intravenösen Eisenausgleich ein. SIHO und 29 weitere Stakeholder wurden 2015 vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die von der Schweizer Regierung beschlossene Überprüfung der Notwendigkeit des Eisenausgleichs informiert und um eine Stellungnahme gebeten:

Offenbar fiel auch in Bern auf, dass die Schweiz das einzige beziehungsweise das erste Land der Welt ist, in dem der Eisenausgleich eingeführt wurde. Zwei Jahre nach Beginn des Eisenscoping waren die Rückmeldung nicht nur ausgewertet, sondern es wurde ein neues Konzept für die Beurteilung der Eisentherapie entwickelt. Bei den Rückmeldungen der Stakeholder fällt auf, dass beispielsweise die Swiss Iron Health Organisation SIHO, der Verband Schweizer Krankenkassen Santésuisse, die Gesellschaft der Schweizer Kinderärzte, aber auch das BAG selbst eine Korrelation zwischen Ferritinwert und Gesundheitszustand suchen. Eine Ausnahme in der Beurteilung der Wirksamkeit der Eisentherapie bildet Vifor Pharma. Der Schweizer Eisenhersteller der zwei einzigen in der Schweiz zugelassenen Eisenpräparate zur intravenösen Anwendung hat dem BAG mitgeteilt, dass es unnötig sei, eine solche Korrelation zwischen den Ferritinwerten und dem Gesundheitszustand zu suchen. Das BAG hat den Stakeholdern im September 2017 bestätigt, dass das Thema in Bern sehr ernst genommen wird und überprüft derzeit, ob Frauen nach einer zwanzigjährigen Kassenpflicht ihren notwendigen Eisenausgleich künftig vielleicht wirklich selber zahlen sollen wie von der Krankenkasse Atupri gefordert, obwohl sie nichts für ihre Menstruation können, oder ob die Kassenpflicht beibehalten werden soll.

Schweizer Regierung