Therapie

Aufsättigungstherapie

Vor einer Aufsättigungstherapie müssen eine seriöse Diagnostik sowie eine Dosisberechnung (1152) des fehlenden Eisens durchgeführt werden. Eine Aufsättigungstherapie ist dann am wirksamsten und sichersten, wenn zwei Infusionen pro Woche mit je 200 mg Eisensaccharose verabreicht werden. Das Ziel besteht darin, Eisenmangelpatienten wirksam und sicher aus ihrem Eisenmangel herauszuholen, indem das fehlende Eisen intravenös zugeführt wird. Dazu braucht jede ihre individuelle Dosis.

Die Dosisberechnung findet mit der Zahl 1152 statt. Sie ermöglicht die Berechnung der fehlenden und somit zuzuführenden Eisenmenge.

Eisenmangelfrauen im Menstruationsalter verfügen durchschnittlich über einen Ferritinwert von 30 ng/ml (siebenmal weniger als Männer). Zwei Wochen nach einer erfolgreichen Aufsättigungstherapie (bei der ersten Therapiekontrolle) sollte der Ferritinwert bei etwa 200 ng/ml liegen, also im männlichen Bereich. In einem solchen Zustand verschwinden die meisten Symptome.

Die Aufsättigung entspricht eigentlich der Heilung. Dabei muss aber verstanden werden, dass der Arzt nicht heilt. Er gibt lediglich das fehlende Eisen, damit die Eisenmangelpatienten von selbst gesund werden können. Einmal erfolgreich behandelte Frauen wollen nicht mehr in ihren ursprünglichen Eisenmangelzustand zurückgeraten, in den sie sich wegen ihrer Menstruation „automatisch“ wieder hineinbluten – vorprogrammiert durch die Natur.

Um Rückfälle zu vermeiden, gibt es diBeobachtungsphase, in der in bestimmten Intervallen Ferritin und Gesundheitszustand miteinander korreliert werden.

Auf die Beobachtungsphase folgt die Erhaltungstherapie. Sie beginnt dann, sobald nach einer erfolgreichen Behandlung die ersten Rückfallsymptome erscheinen, die von Frau zu Frau unterschiedlich sind. Die einen werden wieder erschöpft, sobald Ferritin unter 100 ng/ml absinkt, andere werden reizbar bei Ferritin unter 90, wieder andere klagen über Haarausfall bei Ferritin unter 100 oder schlafen schlecht bei Ferritin unter 80. Arzt und Patient müssen in einem Teamwork auf Augenhöhe begegnen. Sobald die „Eisenschwelle“ erreicht ist (Ferritinwert, den die Frau nicht mehr unterschreiben will), braucht eine Betroffene in der Regel zwei Eiseninfusionen – und das alle etwa vier bis acht Monate – je nach Frau. Hier beginnt also die Erhaltungstherapie. Bei Wiederauftreten der ersten Rückfallsymptome ist immer wieder ein Eisennachschub notwendig.